Kreisderby unter Hochdruck


Kreisderby unter Hochdruck
Nach deftigen Pleiten messen sich SV Bauerbach und FV Breidenbach am Freitagabend

Von Rainer Maaß aus dem Hinterländer Anzeiger

MARBURG-BIEDENKOPF . Mehr Wiedergutmachungsbedarf geht kaum. Sowohl Fußball-Verbandsligist FV Breidenbach, als auch Gastgeber SV Bauerbach, stehen am Freitag (19.30 Uhr) beim Kreisderby im Waldstadion unter Druck.

Der Plan beider Klubs klang zu Rundenbeginn ebenso plausibel, wie reizvoll: In den ersten Partien fleißig punkten und dann ohne großen Druck an einem Freitagabend unter Flutlicht ins Kreisderby gehen. Nicht eingeplant war freilich Bauerbachs schwache Vorstellung letzten Sonntag beim 1:4 gegen Neuling RSV Weyer. Und schon gar nicht Breidenbachs desolater 0:7-Auftritt beim Aufsteiger SC Waldgirmes II.

Die 0:7-Klatsche beim SC Waldgirmes II war wohl für alle, die es mit dem FV Breidenbach halten, die schlimmste sportliche Demütigung der letzten Jahre. Die „Blauen“ blicken auf sage und schreibe 20 Gegentore in den letzten fünf Partien zurück. „Es hat bei uns deutliche Worte gegeben. Wir haben es dem Gegner nach dem 0:2-Rückstand viel zu leicht gemacht. Es war klar, dass unser Weg auch Rückschläge bringen würde, aber diese Form hatte ich nicht erwartet. Ich denke, dass jetzt jeder bei uns verstanden hat, dass wir uns Erfolge regelrecht erarbeiten müssen. Mit dieser Einstellung fahren wir nach Bauerbach. Ich warne allerdings davor, zu viel Druck aufzubauen und damit Verkrampfung zu erzeugen. Die Bauerbacher sind ja auch gewillt, es besser zu machen als zuletzt und ich schätze sie deutlich stärker ein, als Waldgirmes II“, berichtet Breidenbachs Trainer Björn Breuer. Personell hat sich die Lage bei den Perftalern nicht gebessert. Torjäger Felix Baum fällt urlaubsbedingt aus. Dominik Pfeiffer befindet sich nach seiner langen Verletzungspause bei den ersten Gehversuchen im Training und Yanick Weber sowie Leon Sonnenberg plagen sich mit Knöchelproblemen herum. Freilich hoffen die Breidenbacher in Bauerbach auf Punkte, doch zählen für die Verantwortlichen beim FV 09 auch Dinge, wie beispielsweise die Körpersprache. Dass elf Mann auf dem Platz bedingungslos fighten und gemeinsam als Team etwas erreichen wollen, sollte unbedingt zu sehen sein.

Die gravierenden Defensivschwächen der extrem jungen Mannschaft des SV Bauerbach glaubte mancher nach der Verbandsliga-Premierensaison bereits abgestellt. Die 1:4-Pleite gegen Weyer erschreckte aber etliche Fußballfreunde im Waldstadion. Sieben, acht Mal standen Gästekicker völlig blank vor dem SVB-Gehäuse. „Am Freitagabend wird es zuhause im Derby gegen Breidenbach personelle Änderungen geben. Seinen Anspruch auf einen Stammplatz hat zuletzt ja nun wirklich niemand untermauert“, weiß Trainer Stefan Frels. Seine Analyse der jüngsten Partie fiel gründlich, aber zugleich sachlich und in ruhigem Ton aus. „Wir haben ja schließlich vorne auch einige Chancen liegen lassen. Es bringt nichts, jetzt draufzuhauen. Die Möglichkeit, dass wir dann vorne und hinten gleichermaßen verunsichert wären, bestünde sonst durchaus“, verdeutlicht Frels. Mit einer etwas defensiveren Grundordnung erwartet er die Gäste aus dem Perftal, deren vergangene Pleite ihm gar nicht schmeckt. „Die werden richtig heiß sein. Lieber wäre mir gewesen, die hätten in Waldgirmes mit 7:0 gewonnen“, erklärt Frels und bezeichnet den FV 09 „trotz allem als ein Team mit Charakter und Potenzial“. Julian Schratz fällt aus und Torjäger Manuel Brehm ist noch leicht erkältet. Ansonsten sind voraussichtlich alle Bauerbacher fit.

Bauerbach will Blackouts vermeiden

Fußball, Verbandsliga Mitte: SVB-Coach Frels fordert heute gegen den FV Breidenbach mehr Cleverness Sowohl der SV Bauerbach als auch der FV Breidenbach sind mit der bisherigen Punkteausbeute alles andere als zufrieden. Heute steht das Derby an.

Aus der Oberhessischen Presse von Benjamin Kaiser und Herbert Lenz

Bauerbach. Wie auch der FVB, der am vergangenen Spieltag 0:7 beim Abstiegskandidaten SC Waldgirmes II unterging, hat auch der SVB etwas gerade zu rücken. Beim 1:4 gegen den RSV Weyer, zu der Zeit Vorletzter der Liga, bekleckerten sich Stefan Frels‘ Schützlinge nicht mit Ruhm. Zu oft in dieser Saison geriet Schwarz-Rot, so auch gegen Weyer, in Rückstand und musste dem Spiel hinterherlaufen, während der Gegner die Taktik „Gut stehen und Konter“ an den Tag legte. Nach wie vor ist Bauerbachs Fußball zwar weitgehend attraktiv, aber mitunter noch zu ineffizient. Die Offensive vergibt zu viele 100-prozentige Tormöglichkeiten. Zwar gefällt es Frels, dass seine Mannschaft unterm Strich mehr Abschlüsse sucht als zu dieser Zeit vor einem Jahr, aber er bemängelt das Urteilsvermögen im Angriff: „Wir treffen manchmal schlichtweg die falschen Entscheidungen. Schießen, obwohl ein andere Spieler besser steht, oder spielen ab, wenn der Torschuss kommen muss. Die Ineffizienz im Angriff, der sich meist relativ viele Torchancen herausspielt, wäre tragbar, wenn die Defensive bombenfest ist. Das ist derzeit allerdings nicht der Fall. Dabei sind es weniger strukturelle Missgeschicke, die Frels als Quelle des Übels ausgespäht hat. „Bei manchen Gegentreffern, beispielsweise die beiden ersten Treffer von Weyer, ist es einfach Dummheit! Es sind krasse individuelle Fehler, die nicht passieren dürfen“, nimmt Bauerbachs Übungsleiter kein Blatt vor den Mund und fordert von seinen Spielern mehr Cleverness. In der Defensive müssen diese Blackouts, haarsträubende Abspielfehler oder naives Einsteigen im Strafraum unbedingt abgestellt werden. Noch dazu bietet Breidenbach in Felix Baum einen Stürmer, der jede Verbandsliga-Defensive alt aussehen lassen kann sowie kapitale Fehler sofort bestraft. Ohnehin rechnet Frels mit einem erfolgshungrigen Gegner. „Breidenbach hat einen guten Trainer, und ein Gegner, der vorher 0:7 verloren hat, ist besonders motiviert und gefährlich“, warnt der Coach, dem nur Innenverteidiger Julian Schratz fehlt. Bei den Breidenbachern fällt Torjäger Felix Baum aus. Urlaub statt Tore ist angesagt. „Es war ein gebrauchter Tag. Wir hatten Rückschläge eingeplant, haben darüber gesprochen, und somit ist es abgehakt“, sagt FVB-Coach Björn Breuer kurz und knapp rückblickend auf die hohe Niederlage vor einer Woche in Waldgirmes. „Heute Abend treffen wir auf eine talentierte und qualitativ gut besetzte Mannschaft mit einer spielfreudigen Philosophie. Wie viele Teams sucht auch der SV Bauerbach nach Konstanz in ihren Ergebnissen und wirkt recht verwundbar“, schätzt der Niederlaaspher den heutigen Gegner ein. „Neben der Niederlage in Waldgirmes ist es für mich ärgerlich, dass wir aktuell teilweise noch zwei Spiele weniger haben, als einige andere Mannschaften, und – inclusive von drei Pokalspielen beim SSC Juno Burg, VfL Weidenhausen und SC Gladenbach – im achten Spiel auswärts antreten müssen. Die Tabelle ist noch nicht sehr aussagekräftig. Erst nach acht bis zehn Spieltagen wird man eine Tendenz erkennen können. Aktuell entsteht der Eindruck, dass die halbe Liga gegen den Abstieg spielt. Von daher sind wir gut beraten, Ruhe zu bewahren. Mit einem Punkt heute in Bauerbach wäre ich schon zufrieden“, ergänzt der frühere Abwehrspieler. Personell gibt es einige Fragezeichen. Neben zwei bis drei Ausfällen hoffe ich, dass einige für heute Abend „grünes Licht“ für einen Einsatz geben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*