Gäste machen es im rasanten Derby spannend


Foto Stefan Tschersich
Gäste machen es im rasanten Derby spannend
Fußball: Verbandsliga Mitte: SV Bauerbach – SF/BG Marburg 2:3 (1:1) / Brehms Doppelpack reicht den Platzherren nicht

Hinterländer Anzeiger von Christoph Heuser

MARBURG-BAUERBACH. Ein Derby in der Fußball-Verbandsliga Mitte, das hielt, was es versprach. Kampf und Spannung bis zum Schluss. Am Ende waren die SF/BG Marburg der glückliche 3:2-Sieger. „Wir haben es spannender gemacht als nötig“, monierte SF/BG-Trainer Manuel Rasiejewski, der sein Team in der ersten Halbzeit deutlich überlegen sah.

Die Sportfreunde begannen mutiger als die Gastgeber. Immer wieder wurden Clemens Haberzettl und Sascha Huhn gesucht. Doch die vom hellwachen Julian Schratz organisierte SVB-Defensive ließ die Angriffe im Keim ersticken.

Die eigenen Offensivbemühungen der Bauerbacher fanden allerdings zunächst auch keinen fruchtbaren Boden. Insofern passte es ins Bild, dass der erste Treffer nicht aus dem Spiel heraus fiel. Sascha Huhn behauptete im Sechzehner den Ball gegen Pascal Köhler, befand sich aber schon auf dem Weg aus dem Strafraum heraus. Umso unverständlicher, dass der Bauerbacher Linksverteidiger in dieser Situation einhakte und Huhn offensichtlich umlegte. Der Gefoulte selbst verwandelte aus elf Metern per Flachschuss zum 0:1 (14.).

Huhn und Thumberger erlösen die Blau-Gelben

Nun wurden die Gastgeber immer entschlossener und erkämpfen sich auffällig viele Freistöße in der gegnerischen Hälfte. Die Verwertung ließ allerdings zu wünschen übrig. Trotzdem fiel der Ausgleich in der 31. Minute durchaus verdient. Maxi Wiessner luchste Michel Kleemann die Kugel ab, zog mit viel Tempo zum Tor und schloss ab. Marius Gärtner wehrte noch ab, am langen Pfosten drückte Manuel Brehm das Spielgerät aber über die Linie.

Nach dem Seitenwechsel legten die Ostkreisler los wie von der Tarantel gestochen, erspielten sich Chance um Chance. Die Bauerbacher Führung war bloß eine Frage der Zeit. „In der Phase mussten wir das Spiel für uns entscheiden“, wusste Stefan Frels, „wir lassen vier Hundertprozentige liegen“. Stattdessen verteilte Bauerbach ein Geschenk an den Kontrahenten. Der Querschläger von Moritz Rechmann sollte den Weg für Blau-Gelb ebnen.

Tim Thumberger nutzte die Gelegenheit, indem er den Ball aus halblinker Position flach an Manuel Bachmeier vorbei ins lange Eck spitzelte (56.). Sascha Huhn legte nach Zuspiel von Niklas Klug das 3:1 nach und sorgte damit für die Entscheidung (78.). Auch wenn Manuel Brehms Freistoßtor aus 30 Metern der schönste Treffer des Tages war, hatte er lediglich kosmetischen Charakter (89.). „Marburg hat einen guten Spirit, sie kämpfen und jeder läuft für jeden“, erkannte Frels an.

Bauerbach: Bachmeier – Köhler, Schratz, Rechmann, Dempt (62. Eryilmaz) – Traut, Mendack (69. Jura) – Schwarz (82. Klapp), Freese, Wiessner – Brehm.

Marburg: Gärtner – Kleemann, Woscidlo, Eidam, Klug – Haberzettl, Karge, Weber (60. Moreno), Huhn – Heuser (90. Sasse), Thumberger (76. Thalmann).

Schiedsrichter: Loschke (Kassel) – Zuschauer: 400 – Tore: 0:1 Huhn (14., Foulelfmeter), 1:1 Brehm (31.), 1:2 Thumberger (56.), 1:3 Huhn (78.), 2:3 Brehm (89.) – gelb-rote Karte: Huhn (Marburg, 90.).

Huhn trifft zum Sieg und fliegt

Verbandsliga Mitte: SF BG Marburg gewinnen auch ihr viertes Saisonspiel · 3:2 in Bauerbach

Es war kein hochklassiges Spiel und auch das Tempo der beiden Mannschaften war mäßig. Dafür war auf dem Platz ordentlich etwas los. 420 Zuschauer sahen, wie die Sportfreunde die Tabellenspitze übernahmen.

Aus der OP von Benjamin Kaiser

Bauerbach. Florian Sommermeier ist Groundhopper. Er ist eingefleischter Fußballfan und Stadionromantiker. Wenn die Zeit es zulässt, tourt er quer durch Deutschland und besucht Fußballstadien, die ihm empfohlen werden, um dort die Atmosphäre zu genießen. „Mir wurde gesagt, dass man in Bauerbach geil Fußball gucken kann“, erklärte der 32-Jährige aus Hameln in Niedersachsen. Das Waldstadion versetzte ihn in Schwärmerei: „Tolles Stadion, vor allem die Sitzgelegenheiten. Das habe ich so noch nicht gesehen!“ Und er habe bereits 300 Fußballplätze besucht. Atmosphäre und Kulisse, die die 420 Zuschauer gestern Abend schufen, waren allerdings besser als das Spiel. „Das war eher mau“, meinte der Groundhopper fast schon kleinlaut. Damit hatte er allerdings recht. Das Spiel hätte mehr Qualität vertragen können, aber BlauGelb-Co-Trainer Kevin Kaguah sagte nach dem Spiel: „Wir haben der Mannschaft gesagt, dass es ein Derby ist. Egal wie es aussieht, Hauptsache gewinnen!“ Und das gelang den Sportfreunden. Auch wenn ein Remis das gerechtere Ergebnis gewesen wäre. Aber die Gäste konnten sich auf Leistungsträger Sascha Huhn verlassen, der mit vielen Akzenten, zwei Treffern und der Gelb-Roten Karte in den Schlussminuten den Scheinwerfer mehrmals auf sich zog. „Bitter, dass wir ihn verlieren, aber wir haben über weite Strecken genau so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben“, versicherte BG-Coach Manuel „Rasi“ Rasiejewski. Und dabei wusste sein Team gar nicht, wie ihm geschah. Nach starker Anfangsphase schossen die Gäste nämlich zum ersten Mal in dieser Saison das erste Tor. Huhn traf per Foulelfmeter. Auch danach spielten die Sportfreunde weiterhin solides Pressing. „Wir haben es eigentlich spielerisch fast immer gut gelöst“, lobte Stefan Frels sein Team. Er sah die Niederlage als bitter an. „Das ist bestimmt die unverdienteste Niederlage, die ich seit langem einstecken musste“, sagte Bauerbachs Coach. Aber nicht wegen der ersten Halbzeit. Denn vor dem Pausentee hatten die Blau-Gelben die etwas klareren Torchancen, auch wenn die Hausherren in der Summe mehr Torabschlüsse produzierten. „Wir haben in der Gefahrenzone leider oft die falsche Entscheidung getroffen. Geschossen, wenn ein Pass besser gewesen wäre und umgekehrt“, monierte Frels. Das 1:1 von Manuel Brehm war dem Spielverlauf nach gerecht. Und der Gegentreffer ärgerte „Rasi“. Denn man spielte dem Gastgeber beim Ausgleich in die Karten. Maximilian Wiessner ergatterte den Ball und dann ging die Post ab. Am Ende der Kette stand einmal mehr Bauerbachs Goalgetter. „Gerade solche Situationen wollten wir vermeiden“, sagte Rasiejewski. Seiner Mannschaft gab er allerdings mit auf den Weg, in Durchgang zwei weiterhin aggressiv zu sein und wie gehabt weiterzuspielen. Das ging in die Hose. Die Viertelstunde nach dem Seitenwechsel war Bauerbachs stärkste Phase. „Da kann sich Marburg sicherlich nicht beschweren, wenn wir in Führung gehen“, befand Frels. Seine Schützlinge ließen allerdings auch beste Gelegenheiten sträflich liegen. Und so kam es, wie es im Fußball manchmal kommt. Mit der ersten Torchance in Durchgang zwei vollstreckte der erst 19-Jährige Tim Thumberger eiskalt zur Führung. Und 15 Minuten später nutzte Huhn eine Unachtsamkeit in der Bauerbacher Hintermannschaft zum letztlichen Siegtreffer. Brehm konnte zwar mit einem Freistoßtor aus fast 25 Metern Torentfernung verkürzen, doch die Gesänge der Sportfreunde nach dem Spiel – „Derbysieger! Derbysieger!“ – konnte er nicht verhindern. Tore: 0:1 Sascha Huhn (15., FEM

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