Dramatik pur im Westerwald


SVB gewinnt spektakulär

Verbandsliga Mitte: 4:3-Auswärtssieg beim FC Waldbrunn

Der SV Bauerbach gewann ebenso beeindruckend wie dramatisch: Die Entscheidung fiel in der 94. Minute, die Mannschaft blieb einem bemerkenswerten Trend treu.

Aus der  von Benjamin Kaiser

Hausen. Die bisherigen Saisonspiele des SV Bauerbach stehen unter der Kategorie „Unberechenbar, aber nie langweilig“. Dies traf auch auf das Spiel beim Topteam FC Waldbrunn zu, das die Gäste in der 94. Spielminute für sich entschieden. Dabei ging die emotionale Achterbahnfahrt bereits in der 89. Minute los. Bauerbach versuchte seinen 3:2-Vorsprung über die Zeit zu retten, doch FCSpielertrainer Christian Mehr besorgte per Gewaltschuss für den Ausgleich. „Da dachte man sich schon, dass das doch alles nicht wahr sein kann und es schon wieder einer dieser Tage ist“, sagte Hendrik Lapp, CoTrainer der Gäste. Dabei war das 3:3 nur die Vorspeise des Schlussphasen-Menüs. Denn in der 92. Minute sprach Referee Alexander Müller dem SVB einen Strafstoß zu. Der eingewechselte Manuel Brehm scheiterte aber am stark parierenden Daniel Erbse. Sechs Minuten Nachspielzeit waren angezeigt worden. Lapp schilderte die Dramatik: „Wir haben noch einmal einen Eckball bekommen, den wir kurz ausgeführten. Manuel bekam den Ball und knallte ihn von der Strafraumgrenze in den Torwinkel!“ Es war der Siegtreffer und laut Lapp ging der Erfolg in Ordnung. „Wir spielten mit sehr viel Leidenschaft. Alles, was man tun muss, um hier zu gewinnen, ist uns gelungen“, frohlockte er. Es war die erste Heimniederlage des FC Waldbrunn in dieser Runde. Maximilian Wiessner hatte mit einem Dreierpack das Tor zum Triumph weit aufgestoßen. Nach frühem Rückstand besorgte er den 2:1-Pausenstand sowie das zwischenzeitliche 3:2 in der zweiten Halbzeit. „Wir hätten nach der Pause noch erhöhen können, nutzten aber unsere Möglichkeit nicht“, sagte Lapp. Somit bieten die Spiele des SV Bauerbach weiter Garantie auf große Unterhaltung und viele Tore. Bemerkenswert: Nach den Siegen gegen den SV Zeilsheim und den FV Biebrich war es der dritte Sieg des SVB in Partien, in denen sie als Außenseiter galten. Zumal es eine deutliche Steigerung zum 2:6-Debakel beim Mit-Abstiegskandidaten Germania Schwanheim am vorherigen Spieltag war. Tore: 1:0 Lukas Scholl (3.), 1:1, 1:2 Maximilian Wiessner (7., 32.), 2:2 L. Scholl (53., FEM), 2:3 Wiessner (69.), 3:3 Christian Mehr (89.), 3:4 Manuel Brehm (90.+4). Waldbrunn: Erbse – Form, Steinhauer (70. R. Scholl), Mehr, Schäfer (53. Böcher), Fürstenau, Breuer, Wilhelmy, Takehara, Eisenkopf, L. Scholl. SV Bauerbach: Bachmeier – Becher, Eryilmaz, Rechmann, Hartmann-Pfeffer, Gries, Traut, Mendack, Wiessner (77. Brehm), Schwarz, Freese (90.+2 Klapp). Schiedsrichter: Alexander Müller (Gießen). Zuschauer: 200. Beste Spieler: Scholl, Mehr, Takehara – Wiessner, Freese, Eryilmaz.

Brehm trifft mit Anlauf
Fußball-Verbandsliga: Irrer Kick beim Bauerbacher 4:3 in Waldbrunn

WALDBRUNN (niha). Das war nichts für schwache Nerven! In der Fußball-Verbandsliga Mitte hat der SV Bauerbach beim FC Waldbrunn mit 4:3 (2:1) gewonnen.

Dadurch verpassten es die Gastgeber nach zuletzt acht ungeschlagenen Heimspielen, den Ausrutschter von Tabellenführer FC Gießen II gegen die SG Kinzenbach zu nutzen. Für Bauerbach indes bedeuteten die drei Punkte das Vorrücken auf den drittletzten Rang sowie ein echtes Ausrufezeichen im Abstiegskampf.

„Das war ein packendes Spiel gegen einen guten Gegner, der ordentlich Betrieb gemacht hat. Wir haben einfach entscheidende Zweikämpfe nicht geführt und zu viele individuelle Fehler gemacht, das hat den Ausschlag gegeben“, analysierte Waldbrunns Spielertrainer Steffen Moritz, der aufgrund einer Sperre von außen zusehen musste.

Keine drei Minuten waren absolviert, als Waldbrunns Lucas Scholl den Ball zum 1:0 in den linken Torwinkel knallte. Die Gäste, denen das Ausweichen auf den Hausener Kunstrasenplatz zugute kam, ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken und egalisierten kurze Zeit später durch den bärenstarken Maximilian Wiessner (6.). Und nachdem FC-Akteur Christian Mehr nach 25 Minuten im Eins-gegen-eins-Duell an SVB-Schlussmann Manuel Bachmeier gescheitert war, legte Wiessner auf der Gegenseite die 2:1-Pausenführung für die Stadtteil-Marburger nach.

In der Schlussphase geht es drunter und drüber

Die zweite Hälfte hatte es noch mehr in sich: Lucas Scholl glich per Foulelfmeter aus, ehe Wiessner mit seinem dritten Treffer für die abermalige Bauerbacher Führung sorgte (70.). Bei nun immer stärker werdendem Regen griffen die Gastgeber beherzt an, scheiterten jedoch in Person von Claudius Fürstenau (73., Querlatte) und Jonas Eisenkopf (78., Pfosten) gleich zwei Mal am Aluminium, ehe Mehr der Ausgleich gelang.

Doch damit nicht genug. Auf der Gegenseite bekam Bauerbach einen Foulelfmeter zugesprochen, den der kurz zuvor eingewechselte Manuel Brehm jedoch verschoss. Der Routinier zauderte nicht lange, schnappte sich das zur Ecke abgewehrte Leder, spielte die Ecke kurz zu einem Teamkollegen und ließ sich daraufhin wieder bedienen. Anschließend dribbelte er ein paar Meter am Strafraum entlang und sorgte mit einem fulminanten Kracher doch noch für das 4:3. „Das war ein Wahnsinnsding von Manu am Ende. Der Schlüssel zu unserem Sieg lag in einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Wir haben in allen Bereichen zehn Prozent mehr gegeben als in Schwanheim“, analysierte Bauerbachs Co-Trainer Hendrik Lapp hinterher.

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