Derby-Time in Bauerbach


SV Bauerbach – VfB Marburg >  Samstag, 19.10.2019, 17:30 Uhr

Negativlauf trifft auf Derby-Durststrecke

Fußball, Verbandsliga Mitte: VfB Marburg will endlich wieder Pflichtspielsieg gegen Schlusslicht

Bauerbach Seit mehr als sechs Jahren haben die Marburger gegen den SVB kein Ligaspiel mehr gewonnen. Auch die Gäste müssen Rehabilitation betreiben. Jedoch spielen beide Klubs unter erschwerten Bedingungen.

Von Benjamin Kaiser aus der 

Bauerbach. Das Derby zwischen dem VfB Marburg und dem SV Bauerbach verspricht viel Spaß. Beide Teams wollen für gewöhnlich den Ball und somit das Spiel kontrollieren. Beide wollen nach vorne spielen und letztlich ist es ein Derby, in dem sich kein Team lumpen lassen will. Und dann ist da noch die Tatsache, dass beide Teams etwas gutzumachen haben. In erster Reihe auf dem Rehabilitations-Pfad steht der SVB, der in den trüben VerbandsligaGewässern mittlerweile seit zwei Monaten vergeblich nach einem Sieg fischt. Mehrmals hatten die Rot-Schwarzen die Punkte fast schon an Land gezogen, nur um sie dann doch wieder von der Angel hechten zu lassen. Eine unendliche Geschichte: Bauerbach braucht vorne zu viele Chancen und leistet sich hinten dicke Patzer – besonders im heimischen Waldstadion. Es liegt laut Coach Stefan Frels nicht daran, dass im Verband schlecht verteidigt werde, sondern an „krassen individuellen Fehlern“, also Geschenken mit Extraschleife für den Gegner. So kassierte seine Mannschaft am vergangenen Wochenende beim 2:3 gegen FC Ederbergland den Ausgleich sowie das Siegtor. „Das ist sicherlich Konzentration und auch Verunsicherung, aber natürlich ist das auch eine Frage der Qualität“, nimmt der Betreuer des Tabellenletzten kein Blatt vor den Mund. Neunmal hintereinander hat der SVB nunmehr zwei Gegentore oder mehr kassiert – nicht gut genug. Harry Preuß warnt jedoch: „Wir werden den Gegner nicht unterschätzen. Er hat viel Qualität und hat viele Spiele knapp und unglücklich verloren.“ Zumal die Torchancenverwertung seiner Schützlinge ebenfalls viel Luft nach oben hat. Allerdings ist Marburgs Defensive erfolgreicher als die der Hausherren. 19 Gegentoren stehen satte 30 gegenüber. Der VfB-Coach weiß außerdem, dass Hochmut beim Tabellenfünften nach zwei Niederlagen in Folge, eine davon gegen das damalige Tabellenschlusslicht RSV Weyer, völlig unangebracht ist. Und dann ist da noch die Derby-Durststrecke gegen Bauerbach. Auch wenn beide Trainer den Satz „Derbys haben ihre eigenen Gesetze“ aus der Floskel-Kiste herauskramen, gab es in der Vergangenheit vor allem folgendes Gesetz in diesem Aufeinandertreffen: Marburg gewinnt nicht. Seit mehr als sechs Jahren ist Rot-Schwarz gegen Blau-Weiß in Punktspielen ungeschlagen. In diesem Zeitraum waren die fünf Remis das höchste der Gefühle für die „Schimmelreiter“. Ansonsten setzte es drei Niederlagen. Zumal das Verhältnis zwischen einzelnen Funktionären der Clubs in der Vergangenheit nicht immer leicht war. Siedepunkt war das Tohuwabohu um das kuriose „Fritteusen-Spiel“ vor einem Jahr und dessen Neuansetzung – im Waldstadion versagte damals bei einer 2:1-Führung für den VfB Marburg das Flutlicht wegen einer Überlastung des Stromnetzes aufgrund einer Profi-Fritteuse für die exzellenten Bauerbacher Pommes. Der SVB gewann daraufhin das Wiederholungsspiel. Das Derby könnte außerdem unter dem Banner „Duell der wandelnden Verwundeten“ laufen. Preuß fehlen Kai Schnitzer, Jonas Walter, Ebubekir Cin sowie Wallace de Castro definitiv und es gibt weitere Wackelkandidaten. Die Hausherren müssen auf die Verletzten Julian Schratz, Felix Hartmann-Pfeffer, Leon Klapp verzichten und hinter Pascal Köhler steht ein Fragezeichen. Der Gemeinsamkeit des personellen Engpasses steht der Unterschied in der Sichtweise auf die Partie gegenüber. „Aufgrund der Tabellensituation ist klar, wer dringender gewinnen muss“, schiebt Preuß dem Gegner den Siegesdruck zu. Frels schiebt den aber fuchsig einfach weiter: „Ich sehe für beide Mannschaften keinen Druck, sondern Vorfreude auf das Derby.“

Aus dem Hinterländer Anzeiger von Rainer Maaß

Die Ergebniskrise des SV Bauerbach hat sich mit der unglücklichen 2:3-Niederlage beim FC Ederbergland II weiter zugespitzt. Inzwischen wartet das Schlusslicht seit neun Partien auf einen Sieg. „Unsere Leistung in Ederbergland war an und für sich okay. Das Problem war einzig, dass wir uns mal wieder zu einfache Fehler erlaubt haben und vorne aus unseren vielen Chancen kein Kapital schlagen konnten“, fasst SV-Trainer Stefan Frels die neuerliche Pleite enttäuscht zusammen. Im Derby gegen den VfB Marburg (Samstag, 17.30 Uhr) soll der Bock nun endlich umgestoßen werden. „Im Derby ist alles außer Kraft gesetzt. Letztes Jahr haben wir beide Duelle gewonnen. Sie scheinen uns zu liegen“, schmunzelt Frels, der genau weiß, dass ein Derbysieg im Endspurt der Hinrunde die sprichwörtlich „zweite Luft“ freisetzen könnte. „Uns ist bewusst, dass wir auf einen lauf- und kampfstarken Gegner treffen, der zudem nach Standards gefährlich ist. Wir werden alles dafür tun, um den Turnaround zu schaffen“, verspricht Frels, der weiterhin auf Leon Klapp und den gesperrten Julian Gries verzichten muss.

Auf der anderen Seite will auch der VfB Marburg den jüngsten Negativtrend von zwei Pleiten in Folge stoppen. „Gegen Breidenbach kam hinten raus vieles zusammen. Chancen waren genügend da, um zumindest einen Punkt zu holen. Auf der zweiten Hälfte lässt sich insgesamt aber aufbauen“, meinte VfB-Trainer Harry Preuß rückblickend. Seinen Fokus legt der 50-Jährige aber längst auf das Derby in Bauerbach. „Wir dürfen nicht den Fehler machen und den Gegner am Tabellenstand messen. Aus Bauerbacher Sicht waren die Ergebnisse der letzten Wochen teilweise sehr, sehr unglücklich“, ist sich Preuß bewusst. Was passiert, wenn man den Gegner nicht zu 100 Prozent ernst nimmt, hat der VfB bei der 2:3-Niederlage beim RSV Weyer zu spüren bekommen. „Ich bin überzeugt davon, dass wir dieses Mal von der ersten Sekunde an hellwach sein werden und Bauerbach nicht unterschätzen. Letztlich ist der Gegner nur so stark, wie wir es zulassen“, meint Preuß, der ohne Jonas Walter, Cin Ebubekir und Kai Schnitzer auskommen muss.

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