Clubs hoffen auf Saison-Fortsetzung   Kürzlich aktualisiert !


Clubs hoffen auf Saison-Fortsetzung

Jörg Wolf, Klassenleiter der Verbandsliga Mitte, glaubt aller dings nicht, dass vor der Sommerpause noch Spiele stattfinden

Vertreter heimischer Fußball-Verbandsligisten sprechen sich aktuell gegen einen Abbruch aus.

Von Benjamin Kaiser 

MARBURG. In Zeiten einer Pandemie steht der Amateurfußball weit unten auf der Prioritätenliste. Ob die unterbrochene Saison 2019/2020 fortgesetzt oder vorläufig beendet wird, vermag niemand vorherzusehen. Ungeachtet der Unsicherheit machen sich die Vereinsvertreter der Teams in der Verbandsliga Mitte Gedanken über die Zukunft. In Zeiten der gesellschaftlichen Krise kann Sport immer noch ein Halm der Hoffnung sein. Fußball ist die schönste Nebensache der Welt, aber sie bleibt eine Nebensache. Darüber sind sich alle von der OP befragten Vereinsvertreter einig. Die Gesundheit gehe vor. Zwei Drittel der Saison sind absolviert. Es gibt verschiedene Ideen, wie es irgendwann weitergeht. Jörg Wolf legt dar: „Falls die Saison abgebrochen werden muss gibt es die Möglichkeit, entweder zu nullen und ohne Auf- und Absteiger die Runde zu beenden oder der Tabellenerste steigt auf. Eine weitere Möglichkeit ist, dass es einen Auf- und einen Absteiger gibt.“ Wolf, Klassenleiter der Verbandsliga Mitte, glaubt aller dings nicht, dass vor der Sommerpause noch Spiele stattfinden. „Ich tendiere zu der Lösung mit einem Aufsteiger und keinem Absteiger“, sagt er. Gleiches hat auch Peter Schmidt, Kreisfußballwart Marburgs, im Sinn. Gemeinsam mit weiteren Kreisvertretern hat er einen Antrag zur sofortigen Beendigung der Saison gestellt. Eine EntscheiBeratungen am 4. April Beim Hessischen FußballVerband wird derzeit an „Szenarien für eine geeignete Fortführung des Spielbetriebs“ gearbeitet, wie der Landesverband mitgeteilt hat. Über diese Szenarien, die unter Leitung von Professorin Silke Sinning (Frauen und Juniorinnen), Jürgen Radeck (Senioren) und Carsten Well (Junioren) erstellt werden, will der Verbandsvorstand demnach am 4. April in einer Videokonferenz beraten. Ob dann über einen Abbruch der Saison 2019/2020 abgestimmt wird, ist offen. Zumindest sollen nach HFV-Angaben „Entscheidungen vorbereitet“ werden. dung über eine hessenweite Lösung seitens des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) könnte bei einer Videokonferenz des Verbandsvorstands am 4. April fallen (siehe Infokasten). Sollte der Antrag umgesetzt werden, würde der Tabellenerste SV Zeilsheim den Klassensprung machen. Joachim Bär vom FC Waldbrunn hätte nichts dagegen einzuwenden: „Das ist ein würdiger Aufsteiger. Ich habe damit kein Problem. Auch weil die Hessenliga eine Nummer zu groß für uns wäre“, sagt der Sportliche Leiter des Tabellendritten, der dem SV auf den Fersen ist. Eine perfekte Lösung existiere ohnehin nicht. Am anderen Ende der Tabellebefindet sichderSVBauerbach, der als Vorletzter bei normalem Saisonbetrieb zum jetzigen Zeitpunkt abgestiegen wäre. Coach Stefan Frels hofft allerdings auf eine WiederaufnahmederSaison: „Natürlich wollen wir weiterspielen. Wir haben so viel Ehrgeiz, den Klassenerhalt sportlich zu schaffen“, sagt er. Der Verein wolle sich nicht anhören, vom Coronavirus „gerettet“ worden zu sein. Nur der FC Cleeberg steht in derTabelle schlechter da als stieg zu tun haben, sollte die Saison fortgesetzt werden. Breidenbachs Trainer Steffen Schmitt schlägt eine Verlängerung der aktuellen Saison über den Juni hinaus vor.„Der HFV sollte sich alle Ideen anhören und nicht überstürzt Entscheidungen treffen. Man sollte nichts ausschließen“, kommentiert Sascha Nahrgang, Sportlicher Leiter der Blau-Gelben, Schmitts Vorschlag für einen Sonderweg. Er spricht sich bei Saisonabbruch für mindestens einen Absteiger aus, damit die Teamzahl in den Ligen nicht durcheinander gerät. Dass der Vorschlag von FVB-Coach Schmitt Gehör finden könnte, ist laut Wolf sehr unwahrscheinlich. „Die neue Saison geht am 1. Juli los. Bis dahin müssen alle Spiele durch sein. Vor allem weil Spieler und Trainer ab dem 1. Juli Vereine wechseln können. Das zu ändern ist ein viel zu großer Aufwand mit weitreichenden Folgen“, unterstreicht er. Somit werde aller Wahrscheinlichkeit Paragraf 35 der Spielordnung des HFV, „Nicht rechtzeitige Ermittlung des Meisters“, in Kraft treten: Der Verband erklärt den momentanen Tabellenführer zum Meister. „Das gibt die Spielordnung her. Damit wäre man auf der sicheren Seite“, sagt Wolf. dings nicht, dass vor der Sommerpause noch Spiele stattfinden. „Ich tendiere zu der Lösung mit einem Aufsteiger und keinem Absteiger“, sagt er. Gleiches hat auch Peter Schmidt, Kreisfußballwart Marburgs, im Sinn. Gemeinsam mit weiteren Kreisvertretern hat er einen Antrag zur sofortigen Beendigung der Saison gestellt. Eine EntscheiBeratungen am 4. April Beim Hessischen FußballVerband wird derzeit an „Szenarien für eine geeignete Fortführung des Spielbetriebs“ gearbeitet, wie der Landesverband mitgeteilt hat. Über diese Szenarien, die unter Leitung von Professorin Silke Sinning (Frauen und Juniorinnen), Jürgen Radeck (Senioren) und Carsten Well (Junioren) erstellt werden, will der Verbandsvorstand demnach am 4. April in einer Videokonferenz beraten. Ob dann über einen Abbruch der Saison 2019/2020 abgestimmt wird, ist offen. Zumindest sollen nach HFV-Angaben „Entscheidungen vorbereitet“ werden. der SVB. Vom Tabellenletzten sind bemerkenswerte Töne zu hören. Denn Coach Trainer Daniel Schäfer hielte einen Abstieg für keine Katastrophe: „Natürlich wollen wir die Klasse halten, aber vielleicht ist es für uns perspektivisch besser, wenn wir mit unserer jungen Mannschaft wieder in der Gruppenliga spielen“, äußert der Übungsleiter. Indes hält Steffen Schmitt, Coach des FV Breidenbach, einen Abbruch für überhastet und hat einen ungewöhnlichen Vorschlag: „Ich würde die Saison auf jeden Fall zu Ende spielen lassen. Wegen der Zwangspause brauchen wir keine lange Sommerpause und können bis in den Juli oder August spielen. Dann einige Wochen Pause und dann geht die neue Saison los“, wirft er in den Ring. Wie der FVB dürften auch der VfB Marburg und die SF BG Marburg wahrscheinlich nichts mit dem Auf- oder Abstieg zutun haben.

Von Stefan Weissbrod

Suche nach der besten Lösung Ob in dieser Saison noch einmal Fußball gespielt werden kann? Keiner weiß es. Es ist nicht einmal gewiss, ob die nächste Spielzeit im Sommer planmäßig beginnen kann. Das gilt für die Bundesliga, das gilt genauso für die Amateurklassen in Hessen. Trotzdem ist es nötig, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Aber was kann aktuell überhaupt entschieden werden? In erster Linie, ob auf die Fortsetzung der Saison gesetzt oder diese für beendet erklärt wird. Zweiteres hätte den Vorteil, dass Vereine und Aktive zumindest für die nächsten Monate wüssten, was Sache ist. Doch es würden sich dadurch weitere Fragen stellen: Wird die Spielzeit komplett annulliert? Das würde – verständlicherweise – vor allem die Clubs, deren Teams aktuell in ihren Ligen ganz oben stehen, wenig erfreuen. Wird der aktuelle Stand zur Abschlusstabelle erklärt? Es wäre zum Nachteil der Mannschaften, die nach aktuellem Stand knapp den Aufstieg oder einen Nichtabstiegsplatz verpassen würden. Soll deshalb zumindest auf Absteiger verzichtet werden? Die Sollstärke vieler Klassen würde deutlich überschritten, was zu Terminproblemen führen könnte – insbesondere, sollte die nächste Runde erst mit Verspätung starten können. Aus sportlicher Sicht wäre es außerdem kaum vermittelbar, abgeschlagene Mannschaften in der höheren Spielklasse zu belassen – was sich aber auf Amateurebene möglicherweise mittels freiwilliger Abstiege lösen ließe. Wäre es also besser, auf die Fortsetzung der begonnenen Saison zu hoffen? Fairer wäre es aus sportlicher Sicht natürlich, würden die noch ausstehenden Spiele ausgetragen werden. Aber selbst wenn jetzt beschlossen würde, die Saison um zwei oder drei Monate zu verlängern, wenn dafür die formalen Hürden beseitigt würden: Es bliebe weiterhin ungewiss, ob es reichen würde. So bleibt das unbefriedigende Gefühl, dass es keine wirklich gute Lösung gibt – und die Hoffnung, dass dennoch die bestmögliche gefunden wird.

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